Aus meinem Logbuch:
3. Oktober 1999 Porto Maurizio, Italien
Eigentlich wollte ich vormittags nur kurz zum Boot schauen und dann im Cafe etwas frühstücken, aber das Wetter war so fantastisch und es wehte ein starker Wind. Ich verschob das Frühstück und lief kurzerhand aus. Ein Reff im Groß und die Genua etwas gerefft geht es hinaus aus dem Hafen und hinein in die Wellen und den Gischt bei Sonnenschein. Eine Stunde später muss ich wieder zurück. Gutes Anlegen und zu Fuß nach Hause.
23.Januar 2000 Spanische Mittelmeerküste, einhand unterwegs nach Portugal
...Ab Santa Pola kreuze ich bei Südwind 2Bft., später auf SSE drehend. Perfekt getrimmte Segel, konzentriertes Steuern - fantastisch! Wunderschönes Segeln. Bei Torrevieja geht die Sonne unter und ich in die Marina.
Mal wieder ein Club Nautico (Real!) mit drei Durchschlägen in den Formularen...
Am Morgen habe ich verschlafen, es ist schon 9 Uhr! Schnell gehe ich noch im wunderschönen Centro Comercial einkaufen: Hühnchen, Tomaten, Chorizo, Brot, Eier, Joghurt, Butter...Dann aber gleich los, es hat 4Bft. aus WSW und die Sonne scheint! Mit 6 Knoten geht es zum Cap de Palos hinaus während ich im Cockpit frühstücke (Chorizo).
Der Wind drehte auf Nord und nahm ab. Um 12.00 Spi gesetzt, um 12.30 Spi gehalst. Ich runde die Insel Hormigas und alle anderen Felsen außen, da ich mal wieder keine Ahnung habe, wie tief es in der Passage ist. Spi erneut gehalst. Sehr leichter Wind, Concordia begegnet einem kleinen Segelboot.
Es ist einfach hervorragend wie sich Concordia unter Spi bei achterlichem Wind selbst steuert. Es geht vorbei an der schönen Landschaft südwestlich von Cap de Palos.
Als die Sonne hinter Wolken unsichtbar untergeht segle ich über die Bucht von Cartagena und fange mit meinem Hühnchen-Eintopf an.
Es ist eine dunkle Nacht, jetzt mit 4Bft., und Concordia zieht ihre Spur durch das schwarze Meer mit leuchtendem Kielwasser immer noch unter Spi. Die Petroleumlampe im Heck und das Windexlicht sowie die Beleuchtung der Instrumente - das ist alles.
Die Nacht wird hell als der Mond gegen 1Uhr zwischen den Wellen aufgeht. 5,7 - 6,0 - 6,8 - 6,9 - 7,0 Knoten. Perfekt ausgeglichen und aufrecht teilt Concordia die Wellen mit ihrer eigenen schäumenden Bugwelle. Ich stehe im Cockpit und trinke Tee.
Es wurde dann doch noch etwas kabbelig und die Nacht recht lang. Um 5 Uhr früh begleiten uns eine ganze Schule Delfine. Wenig später briest es weiter auf und nach 17 Strunden muss ich den Spi bergen...